Artgerechte Pferdehaltung - ein Überblick

Veröffentlicht auf von J. Hoffmann

Das Leben unserer domestizierten Pferde unterscheidet sich himmelweit von dem der ursprünglichen Wildpferde. Die Faustregel, ein Hektar Land pro Pferd (10 000 Quadratmeter), gilt heute noch, aber ein Stück Wiese ist nicht alles, was für das Wohlbefinden eines Pferdes wichtig ist!

Die Anlage einer Koppel

Ein Pferd ist ein Lauftier und braucht, um körperlich und gesitig gesund zu bleiben, täglich am besten mehrere Stunden Auslauf. Boxenhaltung kann nur artgerecht werden, wenn das Pferd zusätzlich auf eine Weide darf. Viele wählen heute auch die sogenannte Robusthaltung und lassen ihre Pferde das ganze Jahr draussen im Grünen. Bei Alledem darf nicht vergessen werden, dass selbst fünf Hektar Land nicht dem Platz entsprechen, der einem Pferd in der Wildnis zur Verfügung steht. Wir müssen also für Schutz vor Regen und Wind sorgen und eventuell zufüttern.

Ein Unterstand - mit genug Platz für alle Pferde natürlich - an einer windgeschützten Stelle ist selbst für die als besonders robust geltenden Ponys aus dem Norden unabdingbar. Gerade die suchen im Sommer einen Schattenplatz!

Die Umzäunung

Elektrozaun empfiehlt sich für jedermann wegen seiner Flexibilität und geringen Kosten. Ausserdem ist er sicher und übersichtlich. Maschen- und vor allem Stacheldraht sollte man tunlichst vermeiden. Gerade Letzterer ist schwer zu handhaben und kann lebensgefährliche Unfälle verursachen. Ein Holzzaun muss enorm stabil gebaut werden - verlangt also nach Equipment, Maschinen und finanziellem Einsatz. Ein einfaches Elektrozaungerät gibt es meistens schon zwischen 100 und 150 €.

Achten sie darauf, von vorneherein Koppel- und Stalleingänge zu planen um später bequem die täglichen Stallarbeiten verrichten zu können.

Leben in der Gruppe

Für das Pferd als Herdentier spielt das soziale Umfeld eine lebenswichtige Rolle. Man sollte deshalb nie ein Pferd alleine halten.

Trotzdem wird oft vergessen, dass eben weil das Pferd eine solche Sensibilität für sozialen Austausch mitbringt, es auch nicht automatisch mit jedem Pferd auskommt und so kann sich Stress im Stall entwickeln, welcher bis hin zu gesundheitlichen Problemen führt.

Offenstallhaltung, bei der das Pferd mit anderen einen kleinen Auslauf und einen Unterstand teilt, ist nur dann wirklich pferdefreundlich, wenn die Herdenstruktur berücksichtigt wird.

Rangniedere Tiere werden oft ausgegrenzt, dürfen nicht mehr zum Futter oder in dem Unterstand, oder werden den ganzen Tag herumgescheucht.

Haben sie ein wachsames Auge auf ihre Pferde! Kompensieren sie Futter und Schutzmöglichkeiten und setzen sie ihr Pferd keinem Stress aus. In freier Wildbahn könnte ein Pferd sich Herde und Futterplatz wählen - denken sie daran!

Pferdeglück auf der WeideEin Tag mit Pferden

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