Tierfutter - je teurer desto besser?

Veröffentlicht auf von Assilsan

http://farm6.staticflickr.com/5267/5723012103_b870c134f9.jpgDen Umsatz, den Unternehmen jährlich mit Futter für unsere lieben Haustiere ist im Milliardenbereich zu beziffern. In jedem Supermarkt gibt es gleich viele verschiedene Marken, Nassfutter, Kroketten, Leckerlies, Senior- und Juniorfutter - Futter in Dosen, Schälchen, Tüten, Schachteln und Säcken. Die Preise variieren stark und man kann leicht mal 10-30 Euro pro Kilogramm Katzen- oder Hundefutter hinlegen, welches mit verlockenden Inhaltsstoffen und Slogans prahlt. Somit ist man schnell verführt zu meinen, wenn ich viel Geld hinlege, bekomme ich auch mehr und besseres für meinen Liebling. Meine Erfahrung mit verschiedensten Tieren hat gezeigt, dass dies nicht immer der Wahrheit entspricht.

 

Was für uns gut riecht, muss unser Hund noch lange nicht mögen

Tierfutter kaufen wir - das meinen wir zumindest - nur mit unserem rationalen Verstand, weil wir es ja selbst nicht http://farm3.staticflickr.com/2481/3938267940_276f7750ce.jpgessen können (bzw. wollen). Kommen wir aber schon mit der Komplexität unserer eigenen Ernährung nicht immer klar, so ist das noch schwieriger bei den Tieren. Es kursieren schnell Gerüchte und Meinungen zu Inhaltsstoffen, welche angeblich in dem Futter vorhanden sind und eventuell schaden können.

 

Trotzdem lassen wir uns auch hier von der Werbung gerne verführen und hören zwar auf unsere Intuition (was ja grundsätzlich nicht schlecht ist) aber meinen, bloß weil auf einer Packung etwas tolles draufsteht und in unserem vermenschlichten Sinne appetitlich aussieht, muss es auch unserem Liebling schmecken.

 

Richtig schlimm ist es, wenn Tierfutter so hergestellt wird, dass es in unseren Augen gut aussieht und Geschmacksstoffe im Futter sind, die den Hund o.ä. ganz wild darauf machen. Das ist wie, wenn Sie einem Kind nur Chips zu essen geben: es schmeckt ihm und sieht in Ihren Augen ja auch nach etwas Leckerem aus, ist ja auch irgendwie nahrhaft (viel Fett) aber passt selten als dauerhafte Ernährung.

 

Das ultimative Futter gibt es nicht

Selten habe ich die Erfahrung gemacht, dass es wirklich das Sinnvollste ist, seinem Tier sein ganzes Leben lang immer nur das gleiche Futter zu geben. Ernährungsspezialisten im Bereich Tierfutter setzen auf das BARFen (Biologisch Artgerechte Roh Fütterung) wo sie versuchen, die Ernährung des Tieres möglichst naturnah zu gestalten, also mit zum Beispiel großem Anteil an rohem Fleisch für Katzen und Hunde etc. Das ist aber eine richtige Wissenschaft für sich und nicht damit erledigt, dem Tier einfach irgendeine selbsthergestellte Kost vorzusetzen. Diesen Aufwand kann nicht jeder betreiben, sondern ist darauf angewiesen, irgendwo ein passendes Fertigfutter zu finden.

 

Meine Tipps zur Futterauswahl:

  • Probieren Sie aus: wählen Sie ruhig zuerst nach Gefühl und Geldbeutel. Beobachten Sie Ihr Haustier: mag es das Futter überhaupt? Nimmt es zu oder ab? Frisst es mehr oder weniger als die empfohlene Menge? Ist das Fell glänzend und sprüht es vor munterer Energie? Wenn Sie einen guten Tipp bekommen oder mit der gewählten Futtersorte unzufrieden sind, wechseln Sie ruhig das Futter einmal und beobachten Sie erneut.
  • Die Abwechslung machts: Viele Tiere reagieren empfindlich, wenn sie immer das gleiche Futter bekommen und dann plötzlich umgestellt werden. Denken Sie daran! In der Natur essen Tiere aber immer ganz viele verschiedene Sachen. Ich wechsle bewusst immer wieder die Leckerchen und auch das Futter, gebe auch mal einen kleinen Essensrest, wenn ich mir sicher bin, dass mein Hund ihn verträgt. Wenn der Magen eines Tieres sich leicht auf Neues einstellen kann, hat das viele Vorteile! Erstens, sollte mein Hund zum Beispiel mal etwas eher Unverträgliches erwischen, reagiert er nicht gleich über. Zweitens kann ich aber auch mal die Futtermarke wechseln ohne viel Umstellung - das kann immer mal passieren: mal habe ich weniger Geld oder das Sortiment meines Geschäfts wird umgestellt. Durch die Abwechslung profitieren die Tiere immer davon, denn Sie versorgen sie mit immer anderen Vitaminen und Mineralien.
  • Beobachten Sie auch was passiert, wenn Sie ein Futter wechseln: neuerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass bestimmte Futtermittel (selbst Tierärztlich empfohlene!) massive Auswirkungen auf den Stoffwechsel des Tieres haben können und diesen auch regelrecht süchtig danach machen. Eine Futterumstellung ist immer schwierig, aber sollte niemals dazu führen, dass es Hund oder Katze wirklich schlecht geht (ich spreche natürlich davon, dass Sie speziell für Ihr Tier gefertigtes Futter gekauft haben). Es muss nicht immer am neuen Futter liegen!
  • Informieren Sie sich: Was Hasen vertragen und Meerschweinchen wieder nicht, was tolle Leckerchen für Zwischendurch sind und was man meiden sollte. Glauben Sie nicht Verpackungen, kaufen Sie sich lieber ein gutes Buch und recherchieren in jedem Fall im Internet bevor Sie etwas (z.B. Essensreste, Obst, Gemüse etc.) füttern, was Sie sonst noch nie gefüttert haben. Glauben Sie nicht jedem aber seien Sie immerhin vorsichtig!

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Carsten Urbszat 05/15/2012 12:48

Hallo,
ein wirklich toller Artikel!!! Ich stimme Dir da voll und ganz zu! Tierfutter muss nicht zwingend teuer sein, um wirklich gut zu sein. Auch ich hatte anfangs den Fehler gemacht, mich am Preis zu
orientieren. Später hab ich festgestellt, dass das günstige z. T. genauso gut, wenn nicht sogar manchmal noch besser ist.